Hummingbird Systems

10. April 2022 Marcus Kalbacher

Plötzlich keine Überstunden mehr

Abbildung: Baugruppen-Kommissionierer und Logistiker in Personalunion. Zusammenstellung der Baugruppen anhand Identifikation auf der Bauteile-Zeichnung.

Seit Anfang 2021 läuft das agile Hummingbird MES und steuert die Fertigung des Sondermaschinenbaus der Arnstädter Werkzeug- und Maschinenbau AG von der Zeichnungsausgabe bis zum fertig kommissionierten Teil. Alle Vorgänge, Teile, Ressourcen und Kapazitäten werden nun erfasst und sind transparent im Hummingbird System sichtbar. Dies macht eine Online-Planung der Fertigung, eine agile Steuerung der Prozesse überhaupt erst möglich.

Der Nutzen zieht sich durch alle Bereiche: Schon bei einer Kundenanfrage lässt sich schnell feststellen, wann benötigte Ressourcen verfügbar sind, verbindliche Termine können somit umgehend rückgemeldet werden. In der Fertigung müssen die Konstrukteure und Projektleiter das Einsteuern der vielen Teile nicht mehr mit hohem Aufwand koordinieren. Das agile Hummingbird MES steuert nun anhand der Planung die jeweiligen Aufgaben und die Abläufe. Es signalisiert Engpässe oder Verspätungen und reagiert sofort auf Veränderungen.

Mit Hummingbird und standardisierten Lagerplätzen hat auch die Suche nach Teilen ein Ende, die vorher rund 23 Prozent der Arbeitszeit verschlang. In Zusammenarbeit mit der Arnstädter Werkzeug- und Maschinenbau AG, setzte Hummingbird in der MES-Software auch die Steuerung der Baugruppen-Kommissionierung und der internen Logistik um.
"Das war ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg, sagt Jens Böhme Fertigungsleiter des Sondermaschinenbaus." Und fügt noch weitere Erfolge an: "Die Termintreue ist sicherer erreichbar, die Durchlauf- und Wartezeiten sanken. Trotz großer Auftragslast brauchten wir plötzlich keine Überstunden mehr."
„Das sind Riesenschritte für einen Maschinenbauer", so Dr. René Scharn Vorstand der Arnstädter Werkzeug- und Maschinenbau AG, der einen Schritt als entscheidend betrachtet: Bisher lag die Produktion in der Hand der Konstrukteure und Ingenieure. Diese mussten ihr Vorgehen nun komplett umstellen, die Steuerung an das MES abgeben und sich zugleich der Denkweise eines Serienproduzenten öffnen. „Wenn wir aber wettbewerbsfähiger werden wollen, brauchen wir kürzere Durchlaufzeiten und ein für jeden verbindliches, transparentes System, das auch funktioniert, wenn jemand ausfällt", erläutert Dr. Scharn.